Energiekrise, Energiewende und energiehungrige Glasindustrie

Es gab einiges zu besprechen beim Besuch der Landtagsabgeordneten Anna Schwamberger und des Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek – beide Bündnis 90/Die Grünen – beim internationalen Glasanlagenhersteller HORN Glass Industries am Hauptsitz in Plößberg. Die Zeit drängte beim Besuch, so wie sie das auch beim Thema Energie tut.

Der Industrieanlagenbauer HORN ist einer der weltweit führenden Hersteller von Glasschmelzöfen für die Glasindustrie. Mit modernster Technologie und intensiver Forschung wird versucht diese Anlagen so energiesparend wie möglich zu betreiben. Doch die Glasherstellung benötigt bis zu 1600 °C im Ofen und ist daher eine der energiehungrigsten Industriezweige in Deutschland. So liegt es nahe, dass Themen wie Energiekrise und Energiewende von wachsender Bedeutung sind und kontrovers diskutiert werden.

Die Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellten sich dieser Diskussion bei einem Firmenbesuch. Vorstand Stephan Meindl begrüßte die Gäste während Marketingleiter Matthias Kunz die Firma HORN vorstellte bevor es in eine angeregte Diskussion ging. Angefangen mit bürokratischen Hürden, welche der Ofenbauer bei Arbeitseinsätzen in Europa hat, fing das Thema Energie schnell Feuer. Glas ist ein nachhaltiges und zukunftssicheres Material in verschiedensten Anwendungen und verdrängt andere Stoffe wie z.B. Plastik immer mehr. Der Nachteil ist jedoch die energieintensive Herstellung. Daher forderte Meindl die Politiker auf, die Medienversorgung, z.B. Gas, Strom, Wasserstoff, für die Industrie zu sichern und zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung zu stellen. Nur so kann die Industrie in Deutschland wettbewerbssicher produzieren.

Ebenso ging der Vorstand der HORN Glass Industries auf den Fachkräftemangel ein. Hier ist die Politik gefordert, die Willkommenskultur ausländischer Fachkräfte zu verbessern. „Wir suchen händeringend Fachkräfte aus allen Ingenieursdisziplinen“, so Meindl. Den Bedarf an qualifiziertem Personal deckt das Unternehmen in Plößberg derzeit mit ausländischen Tochterunternehmen, z.B. in Tschechien und Kroatien.

Dieter Janecek und Anna Schwamberger versprachen, dass die Politik intensiv daran arbeitet zum einen die Fachkräftegewinnung zu vereinfachen  und zum andern die Energieversorgung zu sichern. Der Bau der LNG-Terminals ist ein erster Schritt. Zudem wird versucht die Energie weltweit einzukaufen und somit die Versorgung mittels Energiemix zu vernünftigen Preisen zu sichern.

Trotz der drängenden Zeit und der weitreichenden Themen, blieb am Ende jedoch noch Zeit für die Politiker, um sich einen Eindruck von der professionellen Arbeit des von Fachkräften, Technikern und Ingenieuren gespickten Unternehmens HORN einen Eindruck zu verschaffen und die Energiereserven mit Häppchen wieder aufzufüllen.

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